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Weidelandschaft

Naturschutzgerechte Landbewirtschaftung und Landschaftspflege

Sowohl die intensive landwirtschaftliche Bodennutzung als auch die naturschutzorientierte Landschaftspflege wie Mahd und Entbuschung sind heute oft nicht mehr ausreichend, die biologische Vielfalt und das traditionelle Landschaftsbild zu sichern.

Neben der Fortsetzung traditioneller Hütehaltung von Schafen und Ziegen bietet die ganzjährige extensive Freilandhaltung von Rindern und Pferden eine kostengünstige Alternative zur Erhaltung der Landschaft. Sie wird zudem auch den Anforderungen des Naturschutzes, des Boden- und Gewässerschutzes sowie der Erholungsnutzung gerecht.

Was gilt es zu erhalten und zu pflegen?

In die Beweidung einbezogen sind Bergwiesen, Nass- und Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen sowie großflächige Heckenlandschaften um Crawinkel. Ein großer Teil der Betriebsflächen der Agrar GmbH Crawinkel ist Bestandteil von Naturschutz- und Wiesenbrütergebieten. Mit der nachhaltigen Bewirtschaftung eines aus Naturschutzsicht sensiblen Naturraumes leistet der Betrieb einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung einer großen Vielfalt an Biotopen und geschützten Arten.

Landschaftspflege mit Schafen und Ziegen

Mit Schafen und Ziegen werden die Muschelkalk-Halbtrockenrasen am Nordrand des Thüringer Waldes in der traditionellen Hütehaltung beweidet. Ziegen eignen sich im besonderen Maße für die Landschaftspflege, weil sie Gehölze verbeißen und so eine Verbuschung wirkungsvoller als Schafe allein verzögern können.

Tierschutzgerechte Haltung

Neben der ganzjährigen Wasserversorgung aus künstlich angelegten Tränken oder auch aus natürlichen Gewässern dienen auf den Weideflächen meist Gehölze und Hecken als Schutz vor Witterungsunbilden und intensiver Sonneneinstrahlung (Wildrinder würden den schützenden Waldaufsuchen). Sie dienen außerdem als Scheuerpfähle für die Fellpflege. Die Tiere entwickeln im Herbst ein dickes Winterfell und kommen, so lange sie noch Nahrung und Wassererreichen können, bei guter Ausgangskondition auch mit hartem Frost und Schnee zurecht. In den Wintermonaten wird das überständige Futter der Weideflächen abgefressen. An Winterfutterplätzen wird bei Bedarf zusätzlich Heu und Stroh angeboten und Liegeflächen werden zur Wärmeisolation mit Stroh eingestreut.

Große Standweiden und Weidetierverhalten

Die Weidetiere entwickeln ein den wildlebenden Herdentieren vergleichbares Verhalten, unternehmen täglich weite Wanderungen und nutzen das standörtlich und jahreszeitlich unterschiedliche Futterangebot je nach Tierart differenziert aus. Rinder und Pferde ergänzen sich dabei und sorgen sowohl für kurze Weiderasen als auch für Weidereste in Form von Hochstauden, die strukturbildend auf den Weideflächen wirken.

Wildtiere und Standweiden

Wildtiere wie Hirsche, Rehe und Wildschweine gewöhnen sich schnell an die berechenbaren Wanderungs- und Äsungsgewohnheiten der ganzjährigen Weidegänger, springen problemlos in die niedrig eingezäunten Koppeln oder kriechen unter dem Weidezaun hindurch und profitieren langfristig von der Grünlandpflege, die sie selbst allein nicht „schaffen“ würden.

Landschaftsgestaltung durch Weidetiere

Gehölze werden zwar verbissen, aber dadurch auch zur Regeneration oder Verjüngung angeregt. Geschützt von Weideresten (Grasbulten, Hochstauden) können Keimlinge von Laub- und Nadelgehölzen aufwachsen, so dass Weidetiere indirekt auch zur Gehölzansiedlung beitragen.

In dem Maße, wie bei der Weidepflege durch Mahd oder Mulchen solche Stukturenbeseitigt oder belassen werden, kann gezielt die Strukturvielfalt einer ehemals eintönigen Grünlandfläche gesteuert werden. Das Ergebnis ist eine parkartige Landschaft mit Einzelbäumen und Baumgruppen, Hecken und Feldholzinseln, welche interessante Sichtbeziehungen und einen stilvollen Kontrast zum weitgehend geschlossenen Thüringer Wald bietet.

Weidewirtschaft und Tourismus

Die Anlage von Standweiden erfolgt so, dass Mensch und Tier auch großräumig eingezäunte Flächen gemeinsam oder auf getrennten Wegen durchqueren können. Rad- und Wanderwege sind ausgekoppelt, Wechsel und Durchgänge mit speziellen Einrichtungen gesichert bzw. ausgestattet. So ist ein „hautnahes“ Tiererlebnis möglich.

Perspektiven für Mensch, Tier und Pflanze

Die Weidetiere gestaltenverschiedenartige Lebensräume für eine Vielzahl von wildlebenden Tier- und Pflanzenarten. Sowohl denen, die bisher auf Mähwiesen oder Umtriebsweiden angewiesen waren als auch solchen, die an Gehölze bzw. an Sonderstandorten gebunden sind wie z. B. Sandbadestellen der Weidetiere, Uferabbrüche, Weidewechsel und Kotplätze. Letztere spielen für die ganzjährige Besiedlung der Flächen mit Insekten und den über die Nahrungsketten davon abhängigen Wirbellosen und Wirbeltieren, wie z. B. Schlupfwespen, Fledermäusen oder Vogelarten eine wesentliche Rolle.
Für den Menschen bietet die Landwirtschaft auf Basis ganzjähriger Freilandhaltung von Weidetieren in benachteiligten Gebieten Arbeitsplätze, sauberes Grundwasser, gesunde Fleischprodukte aus der Region und eine erlebnisreiche, durch Nutzung gepflegte Kulturlandschaft.